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                  Reisen verbindet
Der Reisesicherungsfonds
Wenn Reisende statt direkt im Hotel bei den selbst- ernannten „Freunden und Partnern“ der Hotellerie – besser bekannt als Online Travel Agencies (OTAs) – buchen, riskieren sie, anstatt am erträumten Strand in einem erstklassigen Hotel zu landen, im Transitbereich eines abgele- genen Flughafens zu stranden. Dann bleibt nur die Hoffnung, dass die knapp kalkulierte Reise doch noch weitergeht.
OTAs locken oft mit vermeintlich günstigen Angeboten für Traumhotels in begehrten Destinationen und bieten darüber hinaus die Option, Flüge hinzuzubuchen.
Es sollte sich fünf Jahre nach der Scharfstellung der Pau- schalreiserichtlinie herumgesprochen haben, dass neben der klassischen Flug-Hotel-Kombination (Standardpauschalreise) auch die Vermittlung verbundener Reiseleistungen – sprich die Vermittlung von mindestens zwei Hauptleistungen über eine Plattform (z. B. Website) – als Pauschalreise gemäß der Pau- schalreiserichtlinie gelten kann.
Während Pauschalreisen ein hohes Schutzniveau für Reisen- de bieten, insbesondere im Hinblick auf Insolvenzschutz und Rechte bei Reisemängeln, boten getrennte Buchungen bisher nicht denselben Schutz. Die Einführung des Konzepts „ver- bundene Reiseleistungen“ soll diese Lücke schließen. Ein Rei- sender trifft auf eine „verbundene Reiseleistung“, wenn er in- nerhalb von 24 Stunden nach Bestätigung der Buchung einer Reiseleistung (z.B. eines Flugs) eine zusätzliche Reiseleistung (z.B. ein Hotel) über eine separate Buchung erwirbt. Das Be- sondere hierbei ist, dass diese zweite Buchung oft über die Empfehlung oder den direkten Verweis des ersten Anbieters erfolgt, auch wenn sie nicht im gleichen Buchungsvorgang enthalten ist.
Das Vermitteln verbundener Reiseleistungen führt dazu, dass solche Vermittler gesetzlich gesehen automatisch die Verant- wortlichkeiten und Pflichten wie die eines Reiseveranstalters übernehmen müssen. Dazu gehören Aufklärungspflichten,
Haftung für Reisemängel und eine korrekte Insolvenzabsicherung.
Nun, OTAs wären nicht OTAs, wenn sie nicht die Vorteile des größeren Umsatzes nutzen würden – allerdings ohne die damit verbundenen lästi- gen gesetzlichen Pflichten
zu übernehmen. Für OTAs
mit einem Vermittlungsvo-
lumen über 10 Millionen
Euro fordert das Gesetz
in § 651r BGB auch, dass
sie in den 2021 eingeführten großen Reisesicherungsfonds der Bundesregierung einzahlen müssen. Dies soll verhindern, dass Urlauber aufgrund von Insolvenzen in entlegenen Welt- regionen gestrandet sind und kostspielig von der Bundeswehr evakuiert werden müssen. Die Beiträge zum Reisesicherungs- fonds sind zwar obligatorisch, aber gerechtfertigt. Unterneh- men, die Sicherheit wollen, können diese nicht umsonst von den Steuerzahlern erwarten.
Und wie viele der bekannten OTAs, die Pauschalreisen an- bieten, beteiligen sich tatsächlich am Reisesicherungsfonds? Informieren Sie sich selbst! Unter drsf.reise können Sie die Da- tenbank durchstöbern und sich vielleicht überraschen lassen.
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19.04.23 14:51 Herbst 2023 | HDV News 17
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PETER HENSE
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